Abiturschnitt berechnen: Anleitung mit Formel und Beispiel
So berechnest du deinen Abiturschnitt: Block I und Block II verstehen, Punkte bis 900 addieren und mit der KMK-Formel in die Abiturnote umrechnen.

Wenn du deinen Abiturschnitt berechnen willst, brauchst du keine geheime Formel, sondern drei klare Schritte: die Punkte aus der Qualifikationsphase ermitteln, die Punkte aus den Abiturprüfungen ermitteln, beide Summen addieren und das Ergebnis in eine Note umrechnen. Der Rahmen dafür steht in der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe und der Abiturprüfung. Die Länder setzen diesen Rahmen mit eigenen Verordnungen um, weshalb Details in deinem Bundesland abweichen können.
Kurzantwort
- Die Gesamtqualifikation besteht aus Block I (Ergebnisse der vier Schulhalbjahre der Qualifikationsphase) und Block II (Abiturprüfungen).
- Block I und Block II stehen im Verhältnis 2:1. In Block I sind höchstens 600 Punkte erreichbar, in Block II höchstens 300 Punkte.
- Zusammen ergibt das eine Gesamtpunktzahl von höchstens 900 Punkten. Mindestens 300 Punkte sind nötig.
- Block I wird über die Formel E1 = P geteilt durch S, mal 40 berechnet. Block II ist die Summe der Prüfungsergebnisse, fünffach gewichtet bei vier Prüfungsfächern und vierfach bei fünf Prüfungsfächern.
- Die Gesamtpunktzahl wird über die Formel N = 17/3 minus E geteilt durch 180 in die Abiturdurchschnittsnote übersetzt. 900 bis 823 Punkte ergeben 1,0, genau 300 Punkte ergeben 4,0.
- Welche Kurse du einbringen musst, wie viele Prüfungsfächer du hast und wie doppelt gewichtet wird, regelt dein Bundesland.
So ist die Gesamtqualifikation aufgebaut
Deine Abiturnote ist kein Durchschnitt aus Schulnoten, sondern das Ergebnis einer Punktrechnung. Grundlage sind Notenpunkte von 0 bis 15, wobei 15 Punkte einer sehr guten Leistung entsprechen und 5 Punkte der Schwelle zu ausreichend. Diese Notenpunkte werden in zwei getrennten Blöcken zusammengeführt und erst am Ende zu einer Zahl verrechnet.
| Baustein | Was zählt | Punktespanne |
|---|---|---|
| Block I | Ergebnisse der eingebrachten Schulhalbjahre der Qualifikationsphase | mindestens 200, höchstens 600 Punkte |
| Block II | Ergebnisse der Abiturprüfungen | mindestens 100, höchstens 300 Punkte |
| Gesamtergebnis | Summe aus Block I und Block II | mindestens 300, höchstens 900 Punkte |
Aus dem Verhältnis 2:1 folgt eine wichtige Konsequenz für deine Planung: Zwei Drittel deiner Abiturnote entstehen über zwei Jahre hinweg in ganz normalen Kursen, nur ein Drittel in den Prüfungen. Wer erst im letzten Halbjahr anfängt zu rechnen, hat den größeren Hebel bereits weitgehend aus der Hand gegeben.
Block I berechnen: die Kursergebnisse
In Block I zählen nicht alle belegten Kurse automatisch gleich viel. Du bringst eine festgelegte Anzahl an Schulhalbjahresergebnissen ein, und Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau werden in der Regel doppelt gewichtet. Damit die Rechnung trotzdem immer auf dieselbe Obergrenze von 600 Punkten führt, wird nicht einfach addiert, sondern normiert.
Block I nach Anlage 3 der KMK-Vereinbarung
E1 = (P / S) x 40
P ist die Summe der Notenpunkte aus den eingebrachten Schulhalbjahren, wobei doppelt gewichtete Ergebnisse doppelt in die Summe eingehen. S ist die Anzahl der eingebrachten Schulhalbjahresergebnisse, wobei doppelt gewichtete Ergebnisse ebenfalls doppelt zählen. Das Ergebnis wird auf eine ganze Zahl gerundet, ab der Nachkommastelle 5 aufwärts.
Der Faktor 40 stammt aus der Obergrenze: 40 Halbjahresergebnisse mal 15 Notenpunkte ergeben 600. Durch die Division durch S bleibt die Skala stabil, auch wenn dein Bundesland mehr oder weniger als 40 Ergebnisse einbringen lässt. Neben der Punktzahl gelten für Block I zwei Bedingungen, die unabhängig vom Schnitt erfüllt sein müssen: Unter den eingebrachten Halbjahresergebnissen dürfen höchstens 20 Prozent unter 5 Punkten liegen, und kein eingebrachtes Ergebnis darf mit 0 Punkten bewertet sein.
Block II berechnen: die Abiturprüfungen
Block II ist einfacher gebaut. Alle Prüfungsfächer werden gleich gewichtet, und die Gewichtung ergibt sich aus ihrer Anzahl. Bei vier Prüfungsfächern zählt jedes Fachergebnis fünffach, bei fünf Prüfungsfächern vierfach. In beiden Fällen sind höchstens 300 Punkte erreichbar, weil 4 mal 5 mal 15 und 5 mal 4 mal 15 jeweils 300 ergeben.
Block II je nach Anzahl der Prüfungsfächer
E2 = 5 x (PF1 + PF2 + PF3 + PF4) oder E2 = 4 x (PF1 + PF2 + PF3 + PF4 + PF5)
PF ist das Endergebnis der Prüfung in einem Fach in Notenpunkten. Die erste Variante gilt bei vier Prüfungsfächern, die zweite bei fünf. Ergibt sich für ein Fach ein Wert mit Nachkommastelle, wird erst nach der Multiplikation gerundet.
Wenn in einem Fach sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft wird, entsteht das Fachergebnis nicht aus einem Mittelwert, sondern aus einer gewichteten Verrechnung im Verhältnis 2:1 zugunsten der schriftlichen Leistung.
Fachergebnis bei schriftlicher und mündlicher Prüfung
PF = (2 x s + m) / 3
s ist die Punktzahl der schriftlichen Prüfung, m die Punktzahl der mündlichen Prüfung im selben Fach. Eine mündliche Zusatzprüfung kann dein Fachergebnis also verbessern, verschiebt es aber nur um ein Drittel des Abstands zwischen beiden Leistungen.
Ein Zahlenbeispiel dazu: Schreibst du in Mathematik eine schriftliche Prüfung mit 7 Punkten und erreichst in der mündlichen Zusatzprüfung 13 Punkte, ergibt sich ein Fachergebnis von (2 mal 7 plus 13) geteilt durch 3, also 9 Punkte. Bei vier Prüfungsfächern sind das 45 Punkte in Block II statt 35 Punkten.
Gesamtpunktzahl in die Abiturnote umrechnen
Die Umrechnung der Gesamtpunktzahl in die Durchschnittsnote ist der Teil, der bundesweit einheitlich vereinbart ist. Sie folgt einer linearen Formel, aus der die offizielle Tabelle abgeleitet ist.
Abiturdurchschnittsnote nach Anlage 4 der KMK-Vereinbarung
N = 17/3 − E/180
E ist die Gesamtpunktzahl aus Block I und Block II. 17/3 entspricht 5 und zwei Dritteln. Weil der Nenner 180 beträgt, entsprechen jeweils 18 Punkte genau einem Notenschritt von 0,1. Die Note wird auf eine Nachkommastelle ausgewiesen und liegt zwischen 1,0 und 4,0.
| Gesamtpunktzahl | Abiturdurchschnittsnote |
|---|---|
| 823 bis 900 | 1,0 |
| 805 bis 822 | 1,1 |
| 787 bis 804 | 1,2 |
| 769 bis 786 | 1,3 |
| 751 bis 768 | 1,4 |
| 733 bis 750 | 1,5 |
| 715 bis 732 | 1,6 |
| 697 bis 714 | 1,7 |
| 679 bis 696 | 1,8 |
| 661 bis 678 | 1,9 |
| 643 bis 660 | 2,0 |
| 625 bis 642 | 2,1 |
| 607 bis 624 | 2,2 |
| 589 bis 606 | 2,3 |
| 571 bis 588 | 2,4 |
| 553 bis 570 | 2,5 |
| 535 bis 552 | 2,6 |
| 517 bis 534 | 2,7 |
| 499 bis 516 | 2,8 |
| 481 bis 498 | 2,9 |
| 463 bis 480 | 3,0 |
| 445 bis 462 | 3,1 |
| 427 bis 444 | 3,2 |
| 409 bis 426 | 3,3 |
| 391 bis 408 | 3,4 |
| 373 bis 390 | 3,5 |
| 355 bis 372 | 3,6 |
| 337 bis 354 | 3,7 |
| 319 bis 336 | 3,8 |
| 301 bis 318 | 3,9 |
| genau 300 | 4,0 |
Merke dir vor allem die Schrittweite: 18 Punkte sind eine Zehntelnote. Das ist der wichtigste Umrechnungswert für die Planung, weil du damit jedes Was-wäre-wenn sofort in Notenschritte übersetzen kannst, ohne die Tabelle aufzuschlagen.
Beispiel: einen Abiturschnitt komplett durchrechnen
Nimm eine Laufbahn mit vier Prüfungsfächern und 36 eingebrachten Schulhalbjahresergebnissen, davon 8 Ergebnisse aus zwei Fächern auf erhöhtem Anforderungsniveau, die doppelt gewichtet werden. Die 8 doppelt gewichteten Ergebnisse liegen bei je 11 Punkten, die 28 einfach gewichteten bei je 10 Punkten.
Für P rechnest du 8 mal 11 mal 2 gleich 176 plus 28 mal 10 gleich 280, zusammen also 456. Für S rechnest du 8 mal 2 gleich 16 plus 28, also 44. Damit ergibt sich Block I als 456 geteilt durch 44 mal 40 gleich 414,55, gerundet 415 Punkte. In Block II erreichst du in den vier Prüfungsfächern 12, 11, 10 und 9 Punkte, in der Summe 42. Fünffach gewichtet sind das 210 Punkte. Die Gesamtpunktzahl beträgt 415 plus 210 gleich 625 Punkte. In der Tabelle liegt 625 im Bereich 625 bis 642, das ergibt eine Abiturdurchschnittsnote von 2,1.
Jetzt wird die Rechnung zum Planungswerkzeug. Für eine 2,0 brauchst du 643 Punkte, also 18 Punkte mehr. Über Block II erreichst du das mit vier zusätzlichen Notenpunkten, verteilt über die Prüfungsfächer, denn jeder Notenpunkt zählt dort fünffach. Über Block I brauchst du dafür rund 20 zusätzliche Notenpunkte in der gewichteten Summe P, also etwa 20 Halbjahresergebnisse, die je einen Punkt besser ausfallen, oder 10 bessere Halbjahresergebnisse in einem doppelt gewichteten Fach. Diese Gegenüberstellung zeigt sehr deutlich, warum Block I früh und in der Breite entschieden wird, während Block II kurzfristig den größeren Ausschlag pro Einzelleistung gibt.
Warum dein Bundesland trotzdem anders rechnet
Die Umrechnung von Punkten in die Note ist überall gleich. Der Weg zu diesen Punkten ist es nicht. Unterschiedlich sind vor allem die Anzahl der einzubringenden Halbjahresergebnisse, die Zahl der Prüfungsfächer und Prüfungskomponenten sowie die Frage, welche Fächer doppelt gewichtet werden. Die folgende Übersicht zeigt Beispiele, keine vollständige Länderliste.
| Beispiel | Typische Besonderheit im Rechenweg | Was gleich bleibt |
|---|---|---|
| Bayern | 40 Halbjahresergebnisse in Block I, fünf Abiturprüfungen mit jeweils vierfacher Wertung | 600 plus 300 Punkte, Umrechnung nach derselben Formel |
| Baden-Württemberg | 40 eingebrachte Kurse in Block I mit doppelt gewerteten Leistungsfächern, fünf Prüfungsfächer | 600 plus 300 Punkte, Umrechnung nach derselben Formel |
| Berlin | 32 eingebrachte Kurse in Block I, Leistungskurse doppelt gewichtet, fünf Prüfungskomponenten | 600 plus 300 Punkte, Umrechnung nach derselben Formel |
| Nordrhein-Westfalen | vier Prüfungsfächer mit jeweils fünffacher Wertung, mündliche Anteile im Verhältnis 2:1 | 600 plus 300 Punkte, Umrechnung nach derselben Formel |
Dazu kommt ein zeitlicher Faktor: Die aktuelle Fassung der KMK-Vereinbarung stammt vom 16. März 2023, und die Länder setzen sie spätestens für die Jahrgänge um, die ab 2027 in die Einführungsphase eintreten. Es kann also sein, dass für dich und für einen zwei Jahre jüngeren Jahrgang an derselben Schule unterschiedliche Regeln gelten.
Häufige Fehler beim Abiturschnitt berechnen
- Block I wird als einfacher Notendurchschnitt gerechnet. Ohne die Division durch S und die Multiplikation mit 40 kommt eine Zahl heraus, die nicht auf der 600er-Skala liegt.
- Doppelt gewichtete Kurse werden nur im Zähler verdoppelt, nicht auch im Nenner. Dadurch fällt Block I systematisch zu hoch aus.
- Bei einer mündlichen Zusatzprüfung wird der Mittelwert aus schriftlich und mündlich gebildet statt der Verrechnung im Verhältnis 2:1.
- In Block II wird mit vier statt fünf Prüfungsfächern gerechnet oder umgekehrt. Der Gewichtungsfaktor passt dann nicht und die 300-Punkte-Grenze wird gesprengt.
- Alle belegten Kurse werden eingerechnet, obwohl nur die einzubringenden Halbjahresergebnisse zählen. Besonders bei Zusatzkursen entsteht so ein zu optimistisches Bild.
- Die Bedingungen neben der Punktzahl werden übersehen: die Grenze von höchstens 20 Prozent Ergebnissen unter 5 Punkten sowie die Mindestwerte von 200 Punkten in Block I und 100 Punkten in Block II.
- Es wird mit einer Punktetabelle aus einem alten Forenbeitrag gerechnet, statt die Zahlen aus einer offiziellen Quelle zu nehmen.
In sieben Schritten zu deiner eigenen Prognose
- Hol dir die Einbringungsübersicht deiner Schule und markiere, welche Halbjahresergebnisse tatsächlich in Block I zählen und welche doppelt gewichtet werden.
- Trage alle bereits vorliegenden Notenpunkte ein und schätze die noch offenen Halbjahre konservativ, also eher einen Punkt zu niedrig als zu hoch.
- Rechne Block I mit der Formel E1 gleich P geteilt durch S mal 40 aus und runde auf eine ganze Zahl.
- Setze für Block II drei Szenarien an: einen vorsichtigen Fall, einen realistischen Fall und einen guten Fall, jeweils mit dem für dich gültigen Gewichtungsfaktor.
- Addiere beide Blöcke und lies die Note in der Tabelle ab. Nutze dabei die Regel, dass 18 Punkte einer Zehntelnote entsprechen, um Abstände zu Zielnoten zu bestimmen.
- Prüfe zusätzlich die Bedingungen: Mindestpunktzahlen, Anteil der Ergebnisse unter 5 Punkten und Ergebnisse mit 0 Punkten.
- Aktualisiere die Rechnung nach jedem Halbjahreszeugnis und lass die Einbringung vor der Zulassung von deiner Oberstufenkoordination gegenprüfen.
Für die Schritte 4 und 5 lohnt sich ein Werkzeug, das mehrere Szenarien nebeneinander hält, statt nur eine Endnote auszugeben. Eine Tabellenkalkulation reicht dafür völlig aus, solange du die Gewichtungen sauber abbildest. Wenn du die Einbringungslogik deines Landes nicht selbst nachbauen möchtest, kann eine App wie AbiPilot die Szenarien übernehmen. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass du die Zwischenschritte siehst und nicht nur eine fertige Zahl.
Quellen
- Kultusministerkonferenz: Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe und der Abiturprüfung
Primärquelle für Block I und Block II, die Formeln in den Anlagen 2 und 3 sowie die Umrechnungstabelle in Anlage 4 (Fassung vom 16.03.2023).
- Kultusministerkonferenz: Sekundarstufe II, gymnasiale Oberstufe und Abitur
Überblicksseite der Kultusministerkonferenz mit den geltenden Beschlüssen und weiterführenden Dokumenten zur Oberstufe.
- Gymnasiale Oberstufe in Bayern: Qualifikationssystem
Offizielle bayerische Darstellung der Punkteverteilung auf Halbjahresleistungen und Abiturprüfungen.
- Abschluss BW: Berechnung der Abiturnote in Baden-Württemberg
Landesportal mit dem baden-württembergischen Rechenweg für Block I und Block II inklusive Gewichtungen.
- Schulministerium NRW: Merkblatt zur Berechnung der Gesamtqualifikation
Detaillierte Rechenschritte und Beispiellaufbahnen für Nordrhein-Westfalen.
- Hochschulstart: Informationen zur Studienplatzvergabe
Offizielle Stelle für die Vergabe von Studienplätzen in bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern, relevant für die Frage, wofür der Abiturschnitt zählt.
Häufige Fragen
Wie viele Punkte brauche ich für einen Abiturschnitt von 1,0?
Für die Note 1,0 sind mindestens 823 von 900 möglichen Punkten nötig. Das ergibt sich aus der Umrechnungsformel N = 17/3 minus E geteilt durch 180 und ist in der Tabelle der KMK-Vereinbarung so festgelegt. Für 2,0 reichen 643 Punkte, für das Bestehen genau 300 Punkte.
Wie viel ist ein Notenpunkt in der Abiturnote wert?
Das hängt davon ab, wo der Punkt anfällt. In Block II zählt ein Notenpunkt bei vier Prüfungsfächern fünffach, bei fünf Prüfungsfächern vierfach. In Block I wird der Punkt zunächst durch die Anzahl der eingebrachten Ergebnisse geteilt und dann mit 40 multipliziert, wirkt also einzeln deutlich schwächer.
Zählt das Abitur zu zwei Dritteln aus den Kursen?
Ja, Block I und Block II stehen im Verhältnis 2:1. Die Ergebnisse der vier Schulhalbjahre der Qualifikationsphase machen bis zu 600 der 900 Punkte aus, die Abiturprüfungen bis zu 300 Punkte. Deshalb entscheidet sich der Schnitt überwiegend vor der Prüfungsphase.
Wie wirkt sich eine mündliche Zusatzprüfung auf den Schnitt aus?
Das Fachergebnis wird dann nach der Formel PF = (2 mal s plus m) geteilt durch 3 gebildet, die schriftliche Leistung zählt also doppelt so stark wie die mündliche. Eine deutlich bessere mündliche Prüfung hebt das Fachergebnis um etwa ein Drittel des Abstands. Ob und wann du dich zusätzlich prüfen lassen kannst, regelt dein Bundesland.
Ist die Umrechnung von Punkten in die Abiturnote in allen Bundesländern gleich?
Die Formel und die Punktespannen sind bundesweit vereinbart und damit einheitlich. Unterschiedlich ist der Weg zu den Punkten, also wie viele Halbjahresergebnisse eingebracht werden, wie viele Prüfungsfächer es gibt und welche Fächer doppelt gewichtet werden. Verbindlich ist immer die Verordnung deines Landes in der für deinen Jahrgang gültigen Fassung.
Kann ich meinen Abiturschnitt schon in der Q1 berechnen?
Du kannst eine belastbare Prognose erstellen, sobald die ersten Halbjahresergebnisse vorliegen. Rechne Block I mit den vorhandenen Noten und setze für die offenen Halbjahre vorsichtige Schätzwerte an. Für Block II arbeitest du mit mehreren Szenarien statt mit einem einzigen Wunschwert.
Was passiert, wenn ich die Mindestpunktzahlen nicht erreiche?
Ohne mindestens 200 Punkte in Block I gibt es keine Zulassung zur Abiturprüfung, ohne mindestens 100 Punkte in Block II ist die Prüfung nicht bestanden. Zusätzlich darf nur ein begrenzter Anteil der eingebrachten Ergebnisse unter 5 Punkten liegen. Welche Wiederholungs- und Nachprüfungsmöglichkeiten es gibt, regelt dein Bundesland, und deine Schule berät dich dazu verbindlich.